Übungen des praktischen Lebens:

Die Übungen des praktischen Lebens beinhalten Gegenstände und Tätigkeiten des täglichen Lebens, die dem Kind zu teil bereits aus der häuslichen Umgebung bekannt und vertraut sind: Löffel-, Schütt- und Gießübungen, Flecht- und Faltübungen und vieles mehr.

Ausgewählte Materialien zu den Übungen des praktischen Lebens:

Schraubholz, Anziehrahmen, Löffelübungen mit Körner und Ballen, Schüttübung mit Sand, Gieß- und Spritzübungen mit Wasser und Getreidemühle.

In ihnen findet man viele Übungen, die abgestimmt sind auf die Kultur des Landes. Sie kanalisieren den kindlichen Bewegungsdrang, dienen der Bewegungskoordination und Bewegungsverfeinerung und bereiten so indirekt auf die Graphomotorik vor.

Der Beginn der schrittweisen Unabhängigkeit vom Erwachsenen wird eingeleitet.

Je nach Patientenklientel lassen sich adaptierte Materialien entsprechend unterschiedlicher Behinderungen und Behinderungsgrade integrieren. So bietet man z.B. Kindern mit Sprachentwicklungsdefiziten adaptierte Materialien an, die gezielt die Mundmotorik fördern (z.B. Blase- und Pusteübungen). Das Training der Feinmotorik beeinflusst Mundmotorik, Zungenmotorik und Sprechmuskulatur. Die vom Material ausgehende Ordnungsstruktur kann eine indirekte Vorbereitung für den Satzbau sein. Das auf dem Tablett klar strukturiert angerichtete und farblich abgestimmte Arbeitsmaterial vermittelt dem Kind Arbeitsplatzbegrenzung und Orientierungshilfe für einen geschlossenen Handlungsablauf. Es ermöglicht die präzise Analyse von komplexen Handlungsabläufen und gliedert einen geschlossenen Handlungsablauf in durchschaubare Teilschritte, die die Serialität aufbauen.

Von der natürlichen kindlichen Freude am "Tun" geht eine unbewußte Sprachanimation aus. Der Wortschatz kann anhand des konkreten Materials gefördert werden. Materialspezifische Namen, Tun- und Eigenschaftswörter werden vermittelt. Das Kind assoziiert abstrakte Wörter mit konkreten Gegenständen, Tätigkeiten und Eigenschaften. So entstehen Wortbilder. Das Wort wird lebendig im Gedanken und klar durch die Handlung.