Sinnesmaterial:

Zum Sinnesmaterial gehören unter anderem Farbtäfelchen, Geruchsdosen, Geschmacksgläser, Geräuschdosen, geometrische Körper und Flächen, konstruktive Dreiecke, der rosa Turm, die braune Treppe, rote Stangen und Einsatzzylinder. Es vermittelt über verschiedene Wahrnehmungskanäle, die erst isoliert, dann kombiniert angesprochen werden, vielfältige Sinneseindrücke. Die Sinnessensibilität wird geweckt. Das Kind lernt mit Hilfe der "materialisierten Abstraktion" zu vergleichen, zu unterscheiden, zu paaren und abzustufen. Neue Begriffe wie lang-kurz, dick-dünn, groß-klein werden in der 3-Stufen-Lektion dargeboten.

Die 1. Stufe ist die Verbindung von Sinneswahrnehmung und Namen ("Assoziation").

In der 2. Stufe wird der Name des entsprechenden Gegenstandes wiedererkannt (Reproduktion).

Die 3. Stufe ist die Erinnerung an den dem Gegenstand entsprechenden Namen (Abstraktion).

Arbeit mit dem Sinnesmaterial "Rosa Turm": Wahrnehmungsschulung Groß-Klein- Abstufung der 10 Kuben, Aufbau zum Turm.

Das Vom "Greifen zum Begreifen" werden über das Muskelgedächtnis neue Erkenntnisse gewonnen. U.a. ist die Erziehung der Sinne die Voraussetzung für das Lernen, z.B. zur indirekten Förderung des mathematischen Geistes. Über die Schulung der Sinne wachsen die Kinder in das Verständnis von Formen, Körpern, Größen und Mengen hinein und bekommen so im praktischen Tun Vorerfahrung für mathematisches Denken. Schulung der Sinne bedeutet eine Übung im differenzierten Empfinden, da sie mit Hilfe der Sprache die Wahrnehmung stärkt und damit auch ein Weg zur Entwicklung und Förderung der Kognition (=Wahrnehmung) ist. Beim Sinnesmaterial handelt es sich um Gruppen von Gegenständen, die nach bestimmten Kriterien gestaltet sind und die jeweils eine besondere physikalische Eigenschaft wie Farbe, Form, Größe, Gewicht, Zustand z.B. von Rauheit, Wärme, Geruch u.a. erfahrbar machen.Die jeweilige Eigenschaft ist abgestuft, und zwar so, daß sich der Unterschied von einem Gegenstand zum anderen gleichmäßig verändert und wenn möglich mathematisch festzulegen ist. Dazu ist es notwendig, daß die Gegenstände einer Gruppe untereinander völlig gleich sind, bis auf die Eigenschaft, die herausgestellt werden soll. Z.B. werden die roten Stangen von der 1. bis zur 10. Stange gleichmäßig immer 10 cm länger. Das Erfassen dieser isolierten Schwierigkeit ist das "direkte Ziel", das im Umgang mit dem Material vermittelt werden soll. Daneben gibt es eine Reihe weiterer indirekter Ziele, die Basisfähigkeiten wie Taktilität, Propriorezeption und damit Kinästhesie, Sehen und Hören und die Fähigkeiten, die darauf aufbauen, mit beeinflussen.